Beitrags-Archiv für die Kategory 'Diagnose'

Mach ma Hirn an!

Freitag, 7. August 2009 12:10

Fast jeden Tag dürfen wir in den Nachrichten von neuen Skandalen bzgl. Datenschutzvergehen erfahren. Da wird mitgelesen, mitgehorcht, ausgeschnüffelt, protokolliert nach Herzenslust und offenbar ohne jedes Unrechtsbewusstsein. Offenbar ist es völlig normal geworden, dass immer mehr stinkende, große, dampfende Haufen auf den Datenschutz gesetzt werden.
Wir erfahren immer wieder von Softwarelizenzvereinbarungen, auch und gerade im Bereich Webservices, wo sich der Anbieter die wildesten Formen von Nutzungsrechten gewähren lässt für Daten die ihn aber auch wirklich überhaupt nichts angehen. Und mal ehrlich, wissen wir wirklich was abseits des Kleingedruckten noch so passiert hinter den Kulissen? Nein, wissen wir nicht. Aber wir können es ahnen, wenn wir nur 1mg unserer Hirnmasse dafür sensibilisieren.

Und während wir uns am Stammtisch in Foren, Chats, Blogkommentaren und mittels Gezwitscher über unsere tatenlosen Politiker und die machtlosen Kontrollorgane ereifern, vom Kopfschütteln schon Nackenschmerzen kriegen, lassen wir uns von den großen Konzernen mit immer neuen, bunt verpackten Webservices umgarnen.

Speicher all deine Bilder doch “bei uns” online (auch die nicht öffentlichen), schreib und speicher deinen Schriftverkehr doch “bei uns” online (auch den nicht öffentlichen). Wir haben hier ein Office für dich, das du gar nicht mehr auf deinem Rechner installieren musst, wir haben hier eine Bildbearbeitung, ein Videoschnittprogramm, eine Tabellenkalkulation, eine Präsentationssoftware für dich, bei der du alle deine Daten (gerne auch die nicht öffentlichen) “bei uns” speichern darfst. COOL!

Wollen wir das wirklich? Hm? Sicher? Also ehrlich, mach ma Hirn an!

Thema: Alles, Diagnose | Kommentare deaktiviert | Autor: Martin Schaefer

Ok, pass auf …

Samstag, 1. August 2009 11:55

Person W zückte einen Stapel handschriftlicher Notizen:

“… ich hab mir hier mal ein paar Notizen gemacht. Du musst zuerst mal X machen, dann daran denken, dass du vorher Y machst. Wenn dann A leuchtet, dann solltest du Z drücken, damit B blinkt. Außerdem habe ich mir hier notiert, dass D erst dann grün werden darf, wenn C gestartet wurde. Musst du alles checken, bevor du mit E weitermachst. …”

So geht das minutenlang weiter.

“… wichtig ist auch, dass man H neu justiert, was du aber erst dann machen kannst, wenn M fixiert ist. Hast du schließlich H justiert, musst du gemeinsam mit O die Sache mal durchspielen. Nur so erkennst du, ob in R noch ein Fehler ist. Willst du dir nicht ein paar Notizen machen? Naja, deine Sache. Kann gut sein, dass ihr V nochmal neu initialisieren müsst, damit J die Signale von Schnittstelle P überhaupt annimmt. Denk auch drann, dass Schnittstelle P erst dann aktiv ist, wenn du Gerät T im Rack 237 im Geräteraum hochgefahren und die Verkopplung mit Gerät Q im Rack14 geprüft hast …

Nun unterbricht das Opfer dieses Redeschwalls den Informationsträger und stellt die Killerfrage:

Hör mal, warum schreibst du das nicht einfach in unser Wiki rein, dann kann man das jederzeit nochmal nachlesen? Kann sich doch kein Schwein merken!

Daraufhin dann die entblößende Antwort:

Ich hab doch gesagt, du sollst dir Notizen machen! Ich schreib nix in dieses doofe Wiki rein.

Sagt der Informationsträger, steckt seine vollgekritzelten Zettel ein und verschwindet samt seinem hochkomplexen Wissen in den wohlverdienten Feierabend inkl. anschließendem Urlaub.

So, werte(r) Leser(in). Jetzt ist der Moment in dem Sie bitte denken, ich sei selbst schuld, wenn ich mir den Lernstoff nicht notiert habe. Richtig, sie haben es erfasst. Ich bin selbst schuld.
Hatte ich schon erwähnt, dass ich der Person W überhaupt erst ermöglicht hatte, dieses Wissen anzusammeln, indem ich höchstselbst zuvor das Wiki angelegt hatte und diesem wissensdurstigen Menschenkind dort alle Gerätschaften und Abläufe fein säuberlich schriftlich aufgelistet und erklärt hatte? Welch ein naiver Fehler, anzunehmen, dass meine aufopferungsvolle Mühe dadurch entlohnt würde, dass ich dann ebenfalls über das Wiki mit wichtigen Infos versorgt würde.

Merke:
Ok, pass auf … wem du was beibringst. Nicht jeder zeigt sich da erkenntlich und macht mit.
Schönes Wochenende und erholsamen Urlaub, Kollege W. Ich habe echt was gelernt.
Nur einer hat von der Aktion profitiert: Die Gattung “Kollege Nschwein”. Bravo.

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Russisch Yoga

Montag, 20. Juli 2009 14:19

Ich denke, wir alle haben schon im schulischen Sportunterricht gelernt, dass der matte Körper aufgewärmt werden will, bevor man ihn zu sportlicher Höchstleistung treiben kann. Nachdem wir uns im Mai mit knallhartem Fussballtraining beschäftigt hatten, hier also jetzt die adäquate Aufwärmtechnik “Russisch Yoga”.
Herrlich bebildert animiert der Autor direkt zum Mitmachen.

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Dinge, die die Menschheit nicht braucht #23769

Montag, 6. Juli 2009 21:44

Scheint so, als wären beim eLearnling die Videowochen ausgebrochen. Zumindest häufen sich die Themen derzeit ein wenig. Aber da müssen wir jetzt einfach stark sein, dürfen nicht verzweifeln und hoffen auf bessere Zeiten.
Aber bis dahin ist noch ein wenig Zeit für das 23769ste Beispiel für Dinge, die die Menschheit nicht braucht. Zurücklehnen, anschauen und möglichst mal kurz reflektieren, ob die im Folgenden angebotene Produktpalette unsere Spezies wirklich weiter nach vorne bringt.

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Heute lernen wir mal was über Post-Production

Sonntag, 5. Juli 2009 22:36

Jupp, Filmschnitt ist solides Handwerk. Messer, Kleber, Galgen, Handschuhe und so viel mehr. Das lernt man nicht mal eben in ein paar Tagen. Aber mal ehrlich: War das nicht alles gestern, vorgestern, veraltet, retro? Heut ist doch alles digital am Computer. Schwing die Maus, lass den Stift über das Wacom fliegen, merke dir Tastaturkürzel usw.

Naja, machen wir es kurz. Vielleicht sieht es ja bald doch wieder so ähnlich aus, mit vollem Körpereinsatz … und hey, die Handschuhe sind dann auch wieder dabei:

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Zum die Wand hochgehen!

Freitag, 3. Juli 2009 12:09

Es gibt Situationen im Leben, da könnte Mann man glatt die Wand hochgehen. Insbesondere dann, wenn einem Frau vorwirft, man sei schwanzgesteuert. Warum muss man sich sowas vorwerfen lassen, wo es doch (fallweise) massive Vorteile hat. Aber lernen Sie doch selbst, wie Mann man sich das zu Nutzen macht:

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… und das Beste ist sicher nicht das Teuerste

Donnerstag, 28. Mai 2009 20:07

Natürlich immer nur das Beste! Ganz klare Sache, ohne Frage. Soll niemand sagen, Qualität wäre dem Kunden nicht wichtig. Da lässt man sich nicht lumpen. Für Kompromisse ist da kein Raum, hier wird geklotzt statt gekleckert.

 

 

Achso, bezahlen soll der Kunde für das was er bekommt? Na was ist das denn für neumodischer Kram? Darüber sollten wir dringend nochmal reden! Schließlich geht nichts über eine gesunde Beziehung zwischen Kunde und Auftragnehmer.

Aber sehen Sie doch einfach selbst.

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Alles nur ne Frage des richtigen Werkzeuges, ne?

Sonntag, 22. März 2009 18:48

Und wenn ein Werkzeug dann auch noch einen Preis gewinnt, dann muss es ja echt fett sein, oder?

Nunja, jedenfalls hat in der Kategorie “Didaktische Werkzeuge” des digita 2009 ein Werkzeug gewonnen, das ich direkt unter meine kritische Lupe legte, um die Genialität des Werkzeuges zu ergründen.

“So wird’s gemacht” lautet der Imperativ auf der Produktseite, der mich zum Mausklick animiert. Wolln wir mal schaun, es wird spannend. Doch was dann den erwartungsfroh geöffneten Gehörgang hinaufschallt ist nicht unbedingt das, was ich erwartet hatte. Da rumpelt und pumpelt ein Mikrofon ohne Popschutz vor sich hin, dass ich mich nichtmal auf den Inhalt des ersten gesprochenen Satzes konzentrieren kann. Wow, was für eine Einführung. Wow, was eine gelungene Vorführung, wie man es macht. So wird’s wohl gemacht, ganz klar.

Ach, den Rest findet ihr sicher selbst raus. Zum Beispiel, welches Werkzeug das ist, was es kostet und was es so alles kann und nicht kann. Es hat nen Preis gewonnen! Das muss was sein!

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Erklären Sie mir das mal eben kurz?

Samstag, 14. Februar 2009 1:23

Mich interessiert nämlich überhaupt nicht, was es zu dem Thema noch so alles zu wissen gibt. Ich will einfach nur schnell, kurz und knapp das Wichtigste erfahren, damit ich schnell weitermachen kann.

Die restlichen 200 Seiten Detail-Information tu ich mir gerne dann an, wenn ich Zeit habe oder aber eine Vertiefung des Themas wichtig wird.

Im Moment wäre mir aber echt damit geholfen, wenn Sie es mal eben nur kurz auf den Punkt bringen könnten:

Thema: Alles, Diagnose | Kommentare deaktiviert | Autor: Martin Schaefer

Information? Wissen? Oder etwa keins von beiden?

Donnerstag, 12. Februar 2009 2:50

Was macht uns eigentlich so sicher, dass der heutige rege eMail-Austausch und das Produzieren hunderter Powerpoint-Folien tatsächlich das Wissen, Können und damit auch die tatsächliche Produktivität der Menschen bzw. die Effektivität des Informationsflusses steigern?
Ist es nicht vielmehr so, dass in den meisten Fällen enorm viel Zeit für die “Kommunikation” aufgewendet wird, wo eine kleine Runde im Konferenzraum oder eine kurze Telefonkonferenz die Lösung von Problemen oder die konkreten Aufgaben eines Projektes viel schneller weil auf kurzem Wege herbeiführen bzw. fixieren würde?

Wie oft sausen unzählige eMails über Tage oder Wochen hin und her? Wie oft stehen Leute auf den Verteilern, die gar nicht involviert sein müssten? Wie oft gehen wichtige Informationen in der Flut unwichtiger Texte und Folien unter, weil der einzelne Mitarbeiter der Masse angesichts seiner eigentlichen Arbeit nicht mehr gewachsen ist?

Wie häufig wird Information massenhaft zentral “bereitgestellt” weil es ja so einfach ist … und anschließend ernsthaft geglaubt, dass diese Information jeden Rezipienten auch inhaltlich erreicht und interessiert hat?

Wo gibt es heutzutage im großen Feld der “neuen Medien” (Web 2.0, Wikis, Blogs, LMS, …) noch wirkungsvolle und individuelle Filtermechanismen, die geeignet sind, die Informationsflut auf Wesentliches zu begrenzen?

Fazit:
Schiere Masse an Information bedeutet noch lange nicht, dass Wissen vermittelt oder generiert wurde. Ich glaube, dass in unserer Informationsgesellschaft zwar Rechner und Netze in der Lage sind, unvorstellbare Datenmassen zu verarbeiten, archivieren und transportieren … aber des einzelnen Menschen Wissen als “Zielplattform” von Informationen erstaunlich deutlich aus dem eigentlichen Fokus der Bemühungen rückt.

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